Nach einer Operation braucht die Haut Zeit, bis sich die Wunde geschlossen hat und die Narbe ausgereift ist. Befolgen Sie zunächst die Pflegehinweise des Behandlungsteams. Mit einer Massage oder Silikonprodukten beginnen Sie erst, wenn die Wunde vollständig geschlossen und trocken ist und keine Kruste mehr hat. Der richtige Zeitpunkt hängt von der Operation und dem Heilungsverlauf ab.
Eine frische Narbe kann gerötet, glänzend oder gespannt sein und jucken. Diese Beschwerden gehören häufig zur Heilung. Nehmen Rötung, Schmerzen oder Schwellung zu, tritt Flüssigkeit aus oder wächst die Narbe auffällig, lassen Sie sie ärztlich untersuchen.
Erst die Wunde versorgen
Solange die Operationswunde noch offen, nässend oder verkrustet ist, müssen Sie sie schützen. Reinigen und verbinden Sie sie so, wie es Ihnen das Behandlungsteam gezeigt hat. Tragen Sie in dieser Phase keine Narbencreme, kein Silikongel und keine Pflegeöle auf die Wunde auf.
Wie lange Sie warten müssen, richtet sich nach der Operation. Die Hautwunde heilt oft innerhalb der ersten Wochen, doch die genaue Dauer hängt unter anderem von ihrer Lage und dem Heilungsverlauf ab. Der Zeitpunkt hängt auch davon ab, ob noch Fäden oder Klammern eingesetzt sind und welche Anweisungen Sie zur Naht bekommen haben. Lassen Sie sich deshalb vom Operationsteam sagen, wann Massage oder Silikon für Ihre Wunde infrage kommen.
Massage vorsichtig beginnen
Wenn die Haut vollständig geschlossen ist und das Behandlungsteam zugestimmt hat, können Sie die Narbe sanft mit den Fingerspitzen massieren. Kleine kreisende Bewegungen und leichter Druck reichen für den Anfang. Eine unparfümierte Feuchtigkeitspflege kann dabei helfen, dass die Finger leichter über die Haut gleiten, sofern sie die Haut nicht reizt.
Häufig genannte Empfehlungen reichen von zwei- bis dreimal täglich fünf bis zehn Minuten. Das sind Beispiele, kein festes Schema für jede Operationsnarbe. Richten Sie sich nach den Anweisungen für Ihre Operation. Wird die Narbe dabei schmerzhafter, geht sie auf oder entstehen Bläschen beziehungsweise ein Ausschlag, hören Sie auf und fragen Sie ärztlich nach.
Massage wird oft zur Pflege und zur Linderung von Spannungsgefühlen eingesetzt. Wie stark sie das spätere Aussehen einer Narbe verbessert, ist jedoch nicht sicher belegt. Sie verhindert nicht zuverlässig, dass eine auffällige Narbe entsteht.
Silikon und andere Narbenmittel
Silikonfolien oder Silikongel können auf vollständig verheilter Haut zur Behandlung erhabener Narben verwendet werden. Besonders sinnvoll kann eine ärztliche Beratung sein, wenn Sie schon einmal ein Keloid hatten oder in Ihrer Familie solche Narben vorkommen. Verwenden Sie Silikon nach der Produktanleitung und beenden Sie die Anwendung, wenn die Haut gereizt reagiert.
Studien belegen nicht, dass Silikon allen Operierten hilft. Die Ergebnisse sind insgesamt unsicher, und Silikon sorgt nicht garantiert für eine unauffällige Narbe. Auch für frei verkäufliche Mittel mit Vitamin E, Vitamin A oder Zwiebelextrakt ist eine Wirkung auf die Narbenbildung nicht zuverlässig belegt. Eine Feuchtigkeitspflege kann trockene Haut angenehmer machen. Dass eine Feuchtigkeitspflege eine Narbe verschwinden lässt, ist nicht nachgewiesen.
Narben vor Sonne schützen
Schützen Sie eine verheilte Narbe vor starker Sonne. Kleidung deckt sie am zuverlässigsten ab. Bleibt sie unbedeckt, verwenden Sie Sonnenschutzmittel mit mindestens Lichtschutzfaktor 30. Frische Narben reagieren empfindlich auf UV-Strahlung und können sich stärker verfärben. Halten Sie den Schutz so lange aufrecht, wie es das Behandlungsteam empfiehlt. Es kann bis zu zwei Jahre dauern, bis eine Narbe ausgereift ist.
Typische Veränderungen der Narbe
In den ersten Monaten kann eine Narbe rot, glänzend, fest oder leicht gespannt wirken. Juckreiz und ein gewisses Druckgefühl kommen ebenfalls vor. Das Aussehen verändert sich mit der Zeit, und eine Narbe verblasst nicht innerhalb weniger Tage. Beurteilen Sie den Verlauf daher nicht allein danach, wie sie kurz nach der Operation aussieht.
Eine erhabene Narbe bleibt innerhalb der ursprünglichen Wundränder. Bei einer sogenannten hypertrophen Narbe ist das Gewebe verdickt, überschreitet diese Ränder aber nicht. Ein Keloid wächst über die ursprüngliche Wunde hinaus. Wird die Narbe zunehmend dicker oder breitet sie sich aus, lassen Sie sie dermatologisch oder chirurgisch beurteilen. Bei anhaltendem Juckreiz, Schmerzen oder eingeschränkter Beweglichkeit sollten Sie ebenfalls einen Termin vereinbaren.
Wann ärztliche Hilfe nötig ist
Wenden Sie sich bald an die behandelnde Praxis oder eine andere ärztliche Stelle, wenn die Wunde zunehmend rot, warm, geschwollen oder schmerzhafter wird. Eiter oder andere Flüssigkeit sowie ein unangenehmer Geruch sprechen ebenfalls dafür, die Wunde ärztlich prüfen zu lassen. Das gilt auch bei auseinanderweichenden Wundrändern oder Fieber. Solche Zeichen können auf eine Infektion hinweisen.
Sprechen Sie außerdem mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer dermatologischen Praxis, wenn die Narbe deutlich wächst oder über die Wundränder hinausreicht. Wenden Sie sich auch dorthin, wenn sie dauerhaft schmerzt oder juckt oder Ihre Bewegung einschränkt. Bei einer bekannten Neigung zu Keloiden sollten Sie das schon vor einer geplanten Operation erwähnen.
