Bei gewöhnlichen Mücken-, Bienen- oder Wespenstichen sollten Sie einen sichtbaren Stachel schnell entfernen, die Haut reinigen und die Stelle kühlen. Rezeptfreie Mittel können Juckreiz und Schmerzen lindern. Bei Atemnot, Kreislaufproblemen oder Schwellungen im Mund oder Rachen sofort 112 rufen.
Für Zecken, Raupenhaare und Quallen gelten andere Maßnahmen. Eine starke allergische Reaktion kann den ganzen Körper betreffen und Atmung oder Kreislauf beeinträchtigen.
Was direkt nach dem Stich hilft
Gehen Sie zuerst vom Insekt weg, damit es Sie nicht erneut sticht. Bei einem sichtbaren Bienenstachel entfernen Sie ihn zügig, zum Beispiel indem Sie ihn mit dem Fingernagel oder einer Karte wegschaben. Drücken Sie dabei den Giftsack am Stachel nicht zusammen. Verlieren Sie keine Zeit mit der Suche nach einem bestimmten Werkzeug.
Waschen Sie die Stelle mit Wasser und Seife. Kühlen Sie sie anschließend etwa 10 bis 20 Minuten mit einem kühlen, feuchten Tuch oder einem Kühlpack, das in Stoff eingewickelt ist. Legen Sie Eis nicht direkt auf die Haut. Bei Bedarf können Sie später erneut kühlen. Wenn Sie an Arm oder Bein gestochen wurden, kann Hochlagern die Schwellung lindern.
Kratzen Sie möglichst nicht. Dabei entstehen kleine Hautverletzungen, durch die Keime eindringen können. Wird die Haut durch das Kratzen wund, halten Sie die Stelle sauber.
Welche Hausmittel bei Insektenstichen sinnvoll sind
Kühlen ist das Hausmittel, auf das Sie sich am ehesten verlassen können. Es lindert vorübergehend Schmerz und Schwellung, beseitigt aber nicht die Ursache der Hautreaktion.
Für Natron oder Backpulver, Essig und Speichel gibt es keine verlässliche Grundlage, sie als wirksame Behandlung gewöhnlicher Mücken-, Bienen- oder Wespenstiche zu empfehlen. Die Empfehlungen zu Natron gehen auseinander. Insgesamt gibt es nur wenige verlässliche Belege für Hausmittel. Essig, der bei manchen Quallenstichen diskutiert wird, lässt sich nicht auf gewöhnliche Insektenstiche übertragen. Reinigen Sie die Haut lieber mit Wasser und Seife und kühlen Sie sie anschließend.
Mittel gegen Juckreiz und Schmerzen
Bei Juckreiz kann ein rezeptfreies Antihistaminikum helfen. Diese Mittel schwächen die Wirkung körpereigener Stoffe, die an allergischen Hautreaktionen beteiligt sind. Für Mückenstiche ist ihre Wirkung besser untersucht als für Beschwerden nach Bienen- oder Wespenstichen. Beachten Sie die Packungsbeilage und fragen Sie bei Unsicherheit in einer Apotheke nach.
Eine geeignete Hydrocortison-Creme lindert Juckreiz und Schwellung. Verwenden Sie sie nur nach Packungsbeilage. Bei Schmerzen können Sie auch rezeptfreie Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen nehmen, sofern die betreffende Person sie einnehmen darf. Bei Kindern oder Vorerkrankungen sollte eine Apotheke oder Arztpraxis bei der Auswahl beraten. Das gilt auch bei anderen Medikamenten oder Unsicherheit.
Wenn Sie eine Insektengiftallergie haben, halten Sie sich an Ihren Notfallplan. Wer einen Adrenalin-Autoinjektor verordnet bekommen hat, wendet ihn bei einer schweren allergischen Reaktion wie eingeübt an. Antihistaminika ersetzen Adrenalin in einem solchen Notfall nicht und dürfen den Notruf nicht verzögern.
Wann Sie 112 rufen sollten
Rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter 112, wenn nach einem Stich Atemnot oder eine Schwellung von Zunge oder Rachen auftreten. Auch Kreislaufprobleme oder Ohnmacht nach einem Stich erfordern den sofortigen Notruf. Auch Beschwerden, die schnell am ganzen Körper auftreten, können auf eine schwere allergische Reaktion hindeuten. Dazu zählen zum Beispiel Quaddeln zusammen mit Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen. Ein Stich im Mund oder Rachen ist ebenfalls dringend, weil eine Schwellung dort die Atemwege verengen kann.
Bleiben Sie bei der betroffenen Person und folgen Sie ihrem Notfallplan. Bei einer bekannten Allergie wenden Sie den verordneten Adrenalin-Autoinjektor entsprechend der ärztlichen Einweisung an. Auch wenn sich die Beschwerden zunächst bessern, braucht eine schwere allergische Reaktion medizinische Hilfe.
Wann ärztlicher Rat nötig ist
Lassen Sie den Stich bald ärztlich untersuchen, wenn die Beschwerden stärker werden, die Schwellung deutlich zunimmt oder starke Schmerzen auftreten. Das gilt auch bei einem Stich nahe am Auge, mehreren Stichen oder Anzeichen einer möglichen Infektion. Dazu gehören eine zunehmend heiße und rote Stelle, Eiter oder Fieber.
Eine große Schwellung ist nicht automatisch eine schwere allergische Reaktion. Als Richtwert gilt eine örtliche Schwellung von mehr als 10 Zentimetern, die länger als 24 Stunden anhält. Treten zusätzlich Beschwerden außerhalb der Einstichstelle auf, vor allem Atem- oder Kreislaufprobleme, ist das ein Notfall.
